Neue Ausbildungsberufe sind in der Regel zukunftsträchtig

Bonn/Berlin (dpa/gms) - Neue Ausbildungsberufe sind in der Regel zukunftsträchtig. «Die neuen Berufe werden ja nicht aufgelegt, wenn in der Sache nicht eine gewisse Dynamik und ein Bedarf vorhanden ist», sagte Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn dem dpa/gms-Themendienst. «In den entsprechenden Branchen steckt also meist schon ein bisschen Musik drin», sagte Pieper zum «Tag des Ausbildungsplatzes».

In diesem Jahr werden vom 1. August an vier Ausbildungsberufe zum ersten Mal angeboten, 17 Berufe erhalten eine modernisierte Ausbildungsordnung - und damit einen neuen Rahmenlehrplan mit möglicherweise neuen Ausbildungsschwerpunkten, heißt es beim Bundesbildungsministerium in Berlin. Die Voraussetzungen für die neuen Berufe sind unterschiedlich. Manche Ausbildungen setzen das Abitur oder die Fachhochschulreife voraus. Für andere wird lediglich ein mittlerer Bildungsabschluss verlangt.

«Es sind einige Berufe in Sachen Marketing dabei», fasst Andreas Pieper zusammen. Neu ist etwa die Ausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing. Dieser soll in Call-Centern tätig sein, wo er Aufträge mit Kunden verhandelt und die Abwicklung der Projekte steuert. Modernisiert wurden nach Angaben des Ministeriums das Berufsbild des Immobilienkaufmanns, des Kaufmanns für Marketingkommunikation, die Lehre der Kaufleute für Versicherung und Finanzen sowie die der Kaufleute für den Groß- und Außenhandel.

Auch handwerkliche Tätigkeiten gehören zu den Ausbildungen, die im Herbst neu starten. Zum ersten Mal angeboten wird die Lehre zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice. Modernisiert wurden etwa der Ausbildungsplan der Fachkraft für Hafenlogistik, der des Holzmechanikers, der des Flechtwerkgestalters (früher Korbmacher), des Hafenschiffers und des Tischlers. Nach Angaben des Ministeriums gibt es vom Herbst an in Deutschland 343 Ausbildungsberufe.

Am «Tag der Ausbildung» am Montag bemühten sich Mitarbeiter der 180 deutschen Arbeitsagenturen um zusätzliche Ausbildungsplätze. Das Ziel sei, jedem ausbildungsfähigen Jugendlichen einen Ausbildungs- oder Qualifizierungsangebot zu machen, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) im Vorfeld der eintägigen Aktion mit.