Kein Ausbildungsplatz: Qualifizierungsangebote gut auswählen

Hamburg/Bonn (dpa/gms) - Wenn Schulabgänger keinen regulären Ausbildungsplatz bekommen, sollten sie sich gründlich über die Alternativen informieren. Denn eine weiterführende Schule ist beispielsweise nichts für Jugendliche, die bereits «schulmüde» sind, warnte Knut Böhrnsen, Sprecher der Agentur für Arbeit in Hamburg, am Donnerstag. Solche Abgänger sollten seiner Ansicht nach besser ein Praktikum oder eine so genannte Berufsvorbereitende Maßnahme wählen.

Nach einer Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn finden inzwischen 40 Prozent der ausbildungswilligen Schulabgänger keinen regulären Ausbildungsplatz mehr. Sie landen in so genannten Übergangssystemen wie weiterführenden Schulen oder Berufsvorbereitenden Maßnahmen. «Jeder muss für sich überlegen, was am besten passt», rät Böhrnsen. Um das herauszufinden, lohne das Gespräch mit Lehrern, Eltern, Freunden und den Beratern der Arbeitsagenturen. Sinnvoll sei zudem, sich über Job- und Ausbildungsbörsen zu informieren.

Für Abgänger, die keine Lust mehr auf Schule haben, sei möglicherweise die Einstiegsqualifizierung für Jugendliche (EQJ) richtig, erklärt Böhrnsen. Das ist ein sechs- bis zwölfmonatiges Praktikum in einem Betrieb, das bei einer Ausbildung im gleichen Beruf anteilig anerkannt wird. Die Jugendliche könnten sich auch selbst ein Praktikum suchen oder im angestrebten Beruf jobben. «Dann bekommt der Jugendliche Kontakt zum Job und kann herausfinden, ob er ihm liegt.» Gut sei, einen Betrieb zu wählen, der auch ausbildet.

Entscheidet sich ein Abgänger für eine weiterführende Schule, sollte er die Zeit nach Ansicht von Böhrnsen für einen höheren Schulabschluss nutzen und in den Ferien im angestrebten Beruf jobben. Bei Bewerbungsgesprächen gelte es dann, geschickt vorzugehen und die Schule oder Weiterbildung nicht als «Notnagel» zu verpacken, sondern als bewusste Entscheidung auf dem Weg zum Job.